Archiv für November 2008

»Ein Leben im Kampf oder keins?«

Zur weiteren Dokumentation der Diskussion um den den 13. Februar in Dresden wollen wir hiermit auf den folgenden Text von neel hinweisen, der sich kritisch mit den Positionen der Gruppe ¡No pasarán! und Konsorten auseinandersetzt:

Ein Leben im Kampf oder keins?

In einschlägigen Veröffentlichungen und auf Transparenten, Plakaten und Aufklebern erklärter dresdener Antifaschist_innen finden sich immer wieder Hinweise auf ein „Leben im Kampf“, das mit Sturmgewehren, Bombenterror, Steinen und Ähnlichem geführt wird, bzw. geführt werden soll (z.B. AK-47 auf Transpi/ „heute sprengen wir den Bundestag“ – Aufkleber).
Armeekleidung und sogar Wehrmachtsaccessoires werden in den erklärt humanistischen und militärfeindlichen Kreisen zum chic kultiviert. Die militante, körperliche bzw. handfeste Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner, also Nazis wird gesucht und in einer Black-Block-Romantik glorifiziert. Da gibt es Lederhandschuhe, Teleskopschlagstöcke, Flaschen, Steine und sonstige Waffen…
Sobald nun aber ein Konflikt den Rahmen eines Faustkampfes übersteigt (siehe 13.2.45), mensch jedoch innerhalb des eigenen, fest zementierten Wert- und Ideologiegefüges bleiben will, muss folglich natürlich die konsequente Fortführung eben dieser eigentlich abgelehnten, aber doch provozierten und implizierten Gewalt und die Bereitschaft, Gewalt anzuwenden ablehnen. Um dieses Dilemma besser beschreiben zu können, wird auf das antimilitaristische Grundverständnis einer diffusen Bauchlinken verwiesen und Pragmatik, und somit die Realität abgelehnt, bzw. nur bis zu einem gewissen, der eigenen Ideologie noch pässlichen Punkt betrieben. Das nennt sich dann „linksradikale Militärkritik“. (mehr…)