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Willkommen zur Sozialdemokratie des 21. Jahrhunderts!

In der kapitalistischen Krise ist Sozialdemokratie nur noch als bösartige Ausgrenzungsideologie möglich. Wer eine bessere Welt will, muss den Kapitalismus abschaffen. Flugblatt zu den Protesten gegen die Sarrazin-Lesung am 13. 01. 2011
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Finanzkrise und Krise des Kapitalismus

Der nachfolgende Beitrag wurde in gekürzter Form als Flyer auf dem Antikapitalistischen Block anlässlich der „Wir sind mehr wert“-Demo verteilt. (03. November 2010)

1 Die Krisenverleugnung des kapitalistischen Bewusstseins
Es gibt für das kapitalistische Bewusstsein wenig derartig verstörendes und komplett unbegreifliches, wie die gesellschaftliche Krise. Tritt sie doch ein, so wird sie erst verleugnet, irgendwann kleinlaut zugegeben, und ein paar Monate später für glücklich überwunden erklärt. Dass die moderne Gesellschaftsform eine innere Dynamik besitzt, die sie mit Notwendigkeit in die Krise treibt, ist für den kapitalistischen Alltagsverstand nicht begreifbar und muss tabuisiert werden. (mehr…)

Antifascistes, encore un effort.

Kritische Nachbetrachtung zum Vortrag „Nie wieder revolutionärer Antifaschismus“ der Gruppe „Leipziger Antifa“.

Der Vortrag, den die Gruppe „Leipziger Antifa“ (LeA) am 3. Juli 2009 im Dresdner AZ Conni, basierend auf ihrem Text „Nie wieder revolutionärer Antifaschismus“ (Antifaschistisches Infoblatt 3/2008), gehalten hatte, war in seinem Anspruch, antifaschistische Praxis einer konsequenten gesellschaftstheoretischen Reflexion zu unterziehen, ein höchst erfrischender Ausbruch aus dem begriffs- und gedankenlosen antifaschistischen Politikbetrieb. Nichtsdestotrotz bleibt der von der LeA präsentierte neue „Antifa heißt…“-Ansatz bei entscheidenden Fragen dunkel und widersprüchlich. Das betrifft nicht nur den problematischen „gesellschaftskritischen Gehalt“, wie er durch die proklamatorisch vorgetragene Selbstverortung durchscheint; ebenso wird die Kritik am Selbstverständnis des „bewegungsantifaschistischen“ linken Szene-Spektrums von der falschen Seite angepackt und droht schlussendlich zu misslingen. (mehr…)

»Ein Leben im Kampf oder keins?«

Zur weiteren Dokumentation der Diskussion um den den 13. Februar in Dresden wollen wir hiermit auf den folgenden Text von neel hinweisen, der sich kritisch mit den Positionen der Gruppe ¡No pasarán! und Konsorten auseinandersetzt:

Ein Leben im Kampf oder keins?

In einschlägigen Veröffentlichungen und auf Transparenten, Plakaten und Aufklebern erklärter dresdener Antifaschist_innen finden sich immer wieder Hinweise auf ein „Leben im Kampf“, das mit Sturmgewehren, Bombenterror, Steinen und Ähnlichem geführt wird, bzw. geführt werden soll (z.B. AK-47 auf Transpi/ „heute sprengen wir den Bundestag“ – Aufkleber).
Armeekleidung und sogar Wehrmachtsaccessoires werden in den erklärt humanistischen und militärfeindlichen Kreisen zum chic kultiviert. Die militante, körperliche bzw. handfeste Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner, also Nazis wird gesucht und in einer Black-Block-Romantik glorifiziert. Da gibt es Lederhandschuhe, Teleskopschlagstöcke, Flaschen, Steine und sonstige Waffen…
Sobald nun aber ein Konflikt den Rahmen eines Faustkampfes übersteigt (siehe 13.2.45), mensch jedoch innerhalb des eigenen, fest zementierten Wert- und Ideologiegefüges bleiben will, muss folglich natürlich die konsequente Fortführung eben dieser eigentlich abgelehnten, aber doch provozierten und implizierten Gewalt und die Bereitschaft, Gewalt anzuwenden ablehnen. Um dieses Dilemma besser beschreiben zu können, wird auf das antimilitaristische Grundverständnis einer diffusen Bauchlinken verwiesen und Pragmatik, und somit die Realität abgelehnt, bzw. nur bis zu einem gewissen, der eigenen Ideologie noch pässlichen Punkt betrieben. Das nennt sich dann „linksradikale Militärkritik“. (mehr…)

Die böse Geschichte

In der Sackgasse der Ideologiebildung. Über einen Beitrag der Dresdner Zeitung „ctrl_f“ zur sogenannten 13. Februar-Diskussion.

Wenn der Bürger schon zugibt, dass der Antisemit im Unrecht ist,
so will er wenigstens, dass auch das Opfer schuldig sei.

Horkheimer, Adorno: Dialektik der Aufklärung

Die Diskussion zum 13. Februar in Dresden bleibt langweilig. Nachdem die Dresdner Autonomenzeitung „ctrl_f“ in ihrer ersten Ausgabe ankündigte, sich diesem Thema anzunehmen, war es schon eine gewisse Überraschung, als unter dem Titel „Linke Wahrheiten? Einige herrschaftskritische Anmerkungen zur linken Debatte um den 13. Februar“ in der dritten, auf Juni datierten Ausgabe tatsächlich von Ralf ein Beitrag hierzu erschien. In Anbetracht dessen, dass in dieser von allen Seiten so inbrünstig gewünschten „Diskussion“ sich bizarrerweise bisher niemand, weder die „Kritiker_innen“ noch der diesjährige Vorbereitungskreis noch irgendwer sonst, dazu hergab, auch nur ein definitives schriftliches Statement zu publizieren, gehört schon ein gewisser Mut dazu, die intellektuelle Verantwortung für das eigene Denken und die darin natürlich liegende Entblößung auf sich zu nehmen, was dem Autor unbedingt zugute zu halten ist.
Aber auch dem sind Grenzen gesetzt. Der „Schluss“ dieses Textes ist ganz der alte: eine Diskussion soll her, und den einzigen tatsächlichen Inhalt des Textes bilden – isolierte „Anmerkungen“, wie schon der Titel verspricht, einzelne „Kritikpunkte“ und „Fragen“, deren Beantwortung gefordert wird – eine Antwort, die der Autor selbstverständlich schuldig bleibt. Das allerdings hören wir nicht zum ersten Mal. Ralfs Beitrag steht nicht alleine; er drückt äußerst gut die Grauzone aus, in der sich ein gewisser Teil der Dresdner Antifa derzeit befindet: im Dilemma zwischen dem sich steigernden Unbehagen mit der bisherigen (eigenen) Position und der verdeckten oder offenen Ideologiebildung. (mehr…)

Den Pfad wiedergefunden: Antisemitismus „hier und jetzt“.

Kommentar zum Text „Verlorener Pfad – zerrissenes Band“ in „Hier&Jetzt“ Nr. 8 (Herbst 2007) von Gerry Hofmann. Von M. W. Alle kursiv und in Anführungsstriche gesetzten Stellen aus dem Originaltext. November 2007.

Es verwundert auf dem ersten Blick in der Tat etwas, dass sich in einer ausgewiesenen Nazi-Postille wie der Zeitschrift „Hier&Jetzt“ eine positive Rezension zu einem Werk namens „Buch der Erinnerung. Juden in Dresden. Deportiert, ermordet, verschollen. 1933-1945“ findet – einem Buch, welches dem Leben jüdischer Menschen und ihrem Schicksal im Nationalsozialismus gewidmet ist. Bei der Lektüre des streng in der literarischen Form eines Achte-Klasse-Schulaufsatzes geschriebenen „Buchtipps“ wird allerdings überdeutlich, dass das neue Interesse von Nazis an der jüdischen Geschichte so neu eigentlich nicht ist, die Beschäftigung mit den Opfern von Auschwitz nicht etwa diesen gilt, sondern allein eine regressive negative „Vergangenheitsbewältigung“ zum Zweck der Fortführung des eigenen antisemitischen Wahns darstellt. (mehr…)

Another world is not possible!

Warum eine platte „Teilnahme“ an den Anti-G8-Aktionen in Heiligendamm 2007 nicht möglich ist – und warum es doch sinnvoll sein kann, hinzufahren. Flugblatt der Gruppe Black Monday, Mai 2007

Es gibt wohl kaum ein Ereignis dieses Jahres, welches derartig lange Schatten vorauswirft wie die vom 6. bis 8. Juni in Rostock-Heiligendamm staffindende jährliche Konferenz der Staatsoberhäupter der „Gruppe der sieben großen Industriestaaten plus Russland“ (G8). Zählt die G8 doch – neben Weltbank, Internationalem Währungsfond (IWF) und Welthandelsorganisation (WTO) – zu denjenigen Organisationen, deren Tagungen spätestens seit den Riots von Seattle vor acht Jahren weltweit von massiven Protesten begleitet werden.
Dementsprechend hat sich auch diesmal eine – in diesem Ausmaß für Deutschland in letzter Zeit wohl einmalige – Protestbewegung gebildet, welche von einem breiten Bündnis absolut verschiedenster Gruppierungen und Organisationen getragen wird. Allein die Ablehnung des G8-Gipfels und das Vorhaben, ihre (ansonsten wie auch immer geartete) Kritik daran praktisch – ob als Demonstration, Gegengipfel, Blockade- oder Störversuch – zu manifestieren, vereint sie.

Wir halten eine derartige Praxis für äußerst problematisch. Das beginnt damit, dass das, was sich in Heiligendamm als radikale Kritik präsentieren will, einen zutiefst affirmativen Charakter trägt. Von allen Seiten soll dem weltweit kollabierenden Kapitalismus noch einmal „auf die Beine“ geholfen werden, wobei es dabei natürlich keine Rolle spielt, ob sich diese Versuche als „antikapitalistisch“ missverstehen oder nicht. Sämtliche reaktionären Uralt-Kamellen falscher, immanenter (Kapitalismus-interner) Gesellschaftskritik und kleinbürgerlicher Utopien feiern ihr fröhliches Stelldichein: Tauschringe, „fairer Handel“, Schuldenerlasse, „Demokratisierung“ internationaler Organisationen, Re-Politisierung wirtschaftlicher Entscheidungen, „Soziales Europa“, Kampf der „unterdrückten Völker“ gegen die „Ausbeutung“ durch den Westen, Kontrolle und Besteuerung der globalen Finanzströme – um nur einige zu nennen.
Vom Standpunkt der radikalen Kritik aus gesehen ist diese bemitleidenswerte Flut von obskuren Pseudo-Alternativen zur jetzigen Welt-Vergesellschaftung bloß rückwärtsgerichtet und schlecht-immanent. Im Hintergrund steht ein sie alle übergreifendes Tabu: das Wesen der modernen Gesellschaft, die patriarchale Warenproduktion, darf auf keinen Fall angetastet werden. Dementsprechend ist ihnen auch gemeinsam, dass sie den momentanen Zustand kapitalistischer Negativ-Vergesellschaftung fundamental verkennen müssen. (mehr…)

Neue Website!

Herzlich willkommen auf der Website der Gruppe »Black Monday« aus Dresden. Hier findet ihr von der Gruppe oder einzelner ihrer Mitglieder verfasste Flugblätter und Texte veröffentlicht und archiviert. Zuschriften sind sehr willkommen, siehe Seite „Kontakt“!

Gruppe Black Monday, Juni 2008